Platin kaufen

Unter den Edelmetallen spielt Platin die Rolle des Außenseiters. Es ist dreißigmal seltener als Gold und wesentlich härter als Silber – und wurde von Chemikern zunächst gar nicht als Edelmetall erkannt.

Obwohl das Metall bereits vor Jahrtausenden in Ägypten Verwendung fand und die spanischen Konquistadoren des 17. Jahrhundert berichteten, dass die Ureinwohner Südamerikas es nutzten, sah niemand in der mysteriösen, mattsilbrigen Substanz ein eigenständiges Metall. Stattdessen verwarfen es europäische Gelehrte als „unreifes Gold“. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts war die Wissenschaft so weit, Platin von Gold unterscheiden und es dem Erdboden in größeren Mengen entziehen zu können.

Seitdem haben sich nur wenige Länder in der Platinförderung engagiert, denn obwohl das Metall häufiger in der Erdkruste vorkommt als Gold, gibt es doch nur sehr wenige ertragreiche Abbaustätten. Südafrika ist mit Abstand der größte Platinproduzent der Welt: das Land fördert rund zwei Drittel des jährlichen Platinvolumens. Mit rund 70 t, also etwa halb soviel Fördervolumen pro Jahr, folgt Russland auf dem zweiten Platz der Platinproduzenten. Kanada und die USA sind mit 18 bzw. 4 t pro Jahr weit abgeschlagen.

Die geringen Fördermengen (zum Vergleich: jährlich werden etwa 2.500 t Gold gefördert) zeigen, dass Platin als Münzmetall nicht in Frage kommt, obwohl dafür spricht, dass Platin wesentlich härter als zum Beispiel Silber ist, dabei aber dennoch gut walz- und ziehbar. Lediglich Russland unter Zar Nikolaus I. prägte zwischen 1828 und 1845 Geldmünzen aus Platin.

Alltagstauglich ist Platin allemal: das grau-weiße Edelmetall ist bereits bei Raumtemperatur walz- und ziehbar, dabei aber fast doppelt so hart wie Gold oder Silber; es ist korrosionsbeständig und löst keine Allergien aus.

Daher hat sich Platin zu einem begehrten Schmuckmetall entwickelt. Gerade Ringe aus Platin sind zeitlos schön und wirken zurückhaltend edel. Auch als Anlagemetall hat Platin großen Wert: neben Platinbarren gibt es auch Platinanlagemünzen; von nur sehr wenigen Emittenten und in geringen Stückzahlen.

Hauptsächlich wird Platin jedoch von der Industrie genutzt. Besonders Automobilhersteller schätzen Platin wegen seiner hohen Gasbindungsfähigkeit als Bestandteil für Katalysatoren. In der Medizin- und Messtechnik sind Platinlegierungen ebenfalls sehr begehrt.

Das Gewicht von Platin wird, wie bei Gold und Silber ebenfalls üblich, in Feinunzen oder „Troy-Unzen“ (31,1035 g) angegeben. Doch wie so oft macht es eben nicht nur die Masse, sondern – im Fall der Edelmetalle – die „Feinheit“. Dies ist der Tausendstel-Anteil des reinen Platins am Gesamtgewicht eines Objekts. Für Schmuck wird Platin mit 995er Feinheit raffiniert, das technisch reine Platin. Chemisch reines Platin liegt in 999er Feinheit vor.

Allerdings ist reines Platin industriell nicht gut nutzbar, da seine Härte und Zugfestigkeit nicht ausreichen. Platin wird daher immer mit einem weiteren Element, meist Platingruppenmetallen wie Iridium oder Rhodium, zu Legierungen verarbeitet.

Ein interessantes Detail: das Urkilogramm im Internationalen Büro für Maß und Gewicht (BPIM) bei Paris ist aus 90 Prozent reinem Platin und 10 Prozent Iridium, einem Metall aus der Platingruppe.

Aufgrund seiner Seltenheit und der weiter steigenden Nachfrage seitens der Industrie ist Platin deutlich teurer als Gold.

Platin als Anlageform

Es liegt in der Natur des Menschen, vorauszuplanen und absichernde Maßnahmen zu treffen. Die Investition in Edelmetalle ist eine der ältesten Formen der Kapitalsicherung und -vermehrung. Die physische Umwandlung von Kapital in Edelmetalle in Barren- oder Münzform ist zugleich auch eine der sichersten Anlageformen, denn ihr Wert wird nie nichtig. Edelmetalle sind knapp, dabei aber auch transportabel und lagerbar. Und natürlich sind sie weltweit begehrt und als Tauschmittel akzeptiert.

Wenn Edelmetalle in die Form von Barren oder Münzen gebracht werden, um als Wertanlage zu dienen, werden sie als Anlagemetalle bezeichnet. In der Regel sind Platinbarren und Platinmünzen auf jeden Fall bei den emittierenden Prägeanstalten, daneben aber eher bei spezialisierten Münz- und Edelmetallhändlern denn bei Banken und Sparkassen erhältlich.

Allerdings kann man auch den beliebten Platinschmuck als Anlagegut betrachten, wenn auch in viel kleinerem Maße.

Der Platinpreis (ohne Handelsaufschläge) wird zweimal täglich von der Marktinstitution London Platinum and Palladium Market (www.lppm.org.uk) festgelegt. Die LPPM führt außerdem eine Liste vertrauenswürdiger Platinprägeanstalten.

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